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Zu bestimmten Festtagen werden wir versuchen, Gottesdienste oder Impulse auch als Video zur Verfügung zu stellen.

 Hier der Link dazu: https://1drv.ms/v/s!AhyHPro7rcNug65c3YSyoX0azvdzLg

Der Impuls zum heutigen Palmsonntag stammt in ökumenischer Verbundenheit von Pfr. Hans-Christian Neiber.

Gedanken zum Palmsonntag

Über dem Palmsonntag liegt eine große Spannung. Da ist der festliche Jubel, das "Hosianna dem Sohne Davids" - für die, die dem Mann auf dem Eselsfohlen das zurufen, erfüllt sich in diesem Moment all ihre tiefe Sehnsucht nach Heil und Rettung. Für sie ist der Messias, ihr König, dem sie den Weg mit Palmzweigen bereiten. Die anderen, die hinter vorgehaltener Hand das Lästern beginnen, das zum "Kreuzige ihn!" werden wird, verstehen nicht - sie sind, wie Jesus sie einmal nennt, "weiß getünchte Gräber". Sie erkennen den Messias nicht, sie sorgen dafür, dass er ihrer Angst zum Opfer fällt.

So werden auch wir heute am Palmsonntag gefragt: wozu provoziert Dich dieser Mensch auf dem Esel, wer ist er für Dich? Retter, Heiland oder ein Irrläufer der menschlichen Geschichte, die im Garten Gethsemane und auf Golgotha in Angst und Tod endet? Wie weit siehst Du? Und was bedeutet es für Dich, wenn Du heute in diesen Tagen der Krise Gottes Sohn auf dem Eselsfohlen siehst anstelle auf einem prächtigen Ross - erkennst Du ihn? Willst Du seinen Weg gehen: durch den Tod hindurch ins Leben?

Gebet

Gott, lass uns im Auf und Ab des Lebens,

in Freud und Leid beständig daran festhalten:

Jesus ist und bleibt der, der unser Leben erlöst, der uns befreit.

Um diesen sicheren Glauben bitten wir Dich, Gott.

Zur Einstimmung auf dieses Wochenende mit Palmsonntag und dem Beginn der Hl. Woche entführt uns unsere Gottesdienstbeauftragte Sina Mattheus in die Karibik!

Wir wünschen eine gute Zeit, gesegnete Tage. Morgen liegen in unseren Kirchen geweihte Palmzweige zur Mitnahme aus. Gewiss können Sie manch älterem oder kranken Nachbarn oder Familienmitglied damit auch eine Freude machen, wenn Sie einen Zweig mitbringen!

Impuls zum Wochenende des Palmsonntags

Grand Cayman ist die größte der drei Cayman-Inseln im westlichen Karibischen Meer. Am letztjährigen Palmsonntag bot mir eine kleine Kirche auf dieser Insel Schutz vor einem heftigen Tropenregen, wo auch das beigefügte Bild entstand. Es faszinierte mich, wie liebevoll die Menschen das Gotteshaus mit den dort heimischen Palmwedeln geschmückt hatten, um dem Einzug Jesu in Jerusalem zu gedenken. In dem britischen Überseegebiet ist wie in Deutschland die Mehrheit der Bevölkerung christlich geprägt. Dementsprechend bereiten sich die Kirchen auch dort auf die beginnende Karwoche vor.

Da bei uns in der Region keine Palmen wachsen, greift man hierzulande oft auf Palmkätzchen zurück, wie sie beispielsweise auch am Sander Altmain zu finden sind (siehe Foto). Bereits seit dem 8. Jahrhundert ist es Brauch, die im Gottesdienst gesegneten Palmkätzchen zuhause hinter ein Kruzifix zu stecken, damit sie das Haus und seine Bewohner schützen.

 

Dieses Jahr werden wohl die wenigsten den Palmsonntag in einem Urlaubsland verbringen können. Insgesamt wird es wohl ein ganz anderer Palmsonntag werden als in den Jahren zuvor. Aber gerade in diesen turbulenten Zeiten sollten wir uns daran erinnern, was Jesus zugerufen wurde, als er auf einem Esel in die Stadt einzog: „Hosianna, Sohn Davids“. Ursprünglich bedeutete dieser Begriff „Hilf doch!“. Das einstige Bittwort kann gut auf unsere augenblickliche Situation übertragen werden und das Flehen vieler Menschen und deren Hoffnung auf eine bessere Zeit verdeutlichen. Im Laufe der Jahre änderte sich die Bedeutung des Rufs in einen Lobpreis Gottes. Beide Übersetzungen passen, wie ich finde, gut zum Beginn der diesjährigen Karwoche. Mehr denn je sollten wir heute bewusst innehalten und neben der Bitte um Hilfe den Lobpreis für das bereits Geschenkte nicht vergessen:

„Hosianna, Sohn Davids!"

 

 

Der heutige Impuls stammt von Joachim Mattheus aus Sand, dem Vater unserer Gottesdienstbeauftragten Sina. Vielen Dank dafür. Einfach zum Nachdenken...

Gemischte Gefühle

Unsere Gefühle haben eine helle und eine dunkle Seite

– wie Tag und Nacht.

Und wie der Tag Wärme, Licht und Weitsicht bringt,

die Dämmerung die Änderungsbereitschaft,

so hilft die Nacht zur Beruhigung, zur Innenschau,

zur Regeneration.

Sie alle bringen uns voran.

Quelle: Thor Katharina/Prizzotti Nicolas: Heute, hier, jetzt – Ein Reiseführer durchs Leben, Rott 2012, S. 79.

Das beigefügte Bild und der Link zum Lied „Heast as net“ dienen als Impulse zum Text.

https://www.youtube.com/watch?v=XfHIRtAUuMM

Der heutige Impuls von unserer Gottesdienstbeauftragten und Käppelesmesnerin Brigitte Hamm hat seine musikalische Grundlage in der "Auszeit für die Seele" in Haßfurt. Mit diesem Lied verbindet sie sehr viel...

Zum Anklicken und Zuhören:

https://www.youtube.com/watch?v=ViJVQXKKSG0&fbclid=IwAR2Dd6Ldzlaa-Dl3W-iE8mGnxGR7I6Jqsh27CixC2lmkNbFETgZIsJES1GQ

Impuls für den Donnerstag der 5. Woche der Fastenzeit

Was ist das nur für eine Fastenzeit heuer. Nachdem klar war, dass nicht nur Schulen und Geschäfte geschlossen werden, sondern dass es auch keine Gottesdienste mehr gibt – nicht in der Karwoche und nicht zu Ostern, da war ich erst mal wie geflasht.

Ich fühlte mich irgendwie hilflos. Da waren die täglichen Schreckensmeldungen im Fernsehen, im Radio, im Internet. Und kein Halt und keine Stärkung durch einen Gottesdienst. Und genau in diese Situation hinein erreichte mich ein Videoclip mit dem Lied „Gott hört dein Gebet“.

Ein Lied, das ich seit vielen Jahren kenne – und liebe. Ein Lied, das ich bisher meist in gelöster Atmosphäre bei der „Auszeit für die Seele“ in Hassfurt hörte.

Aber auch ein Lied, das genau jetzt in diese Zeit der Unsicherheit und der Schreckensmeldungen passte und mir half, mit der aktuellen Situation umzugehen. Ich überlegte mir, wie es anderen Menschen geht. Menschen, denen es vielleicht viel schlechter geht als mir. Ob auch ihnen dieses Lied Hilfe, Stütze und Halt sein könnte?

In der 1. Strophe heißt es:

1. „Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht, hört er dein Gebet. Wenn dich Furcht befällt vor der langen Nacht, hört er dein Gebet. „

Ist es nicht genau das? Die größte Last der Welt scheint ja aktuell das Corona - Virus. Wenn mich darüber hinaus aber noch weitere Lasten plagen – eine Krankheit bei mir selbst, bei einem nahen Angehörigen oder jemand im Freundes- oder Bekanntenkreis – da kann diese Last verdammt schwer werden. Da kann sich in einer langen schlaflosen Nacht auch Furcht und Angst breit machen - das Gefühl: ich glaube, mein Gebet geht nur bis zur Zimmerdecke. Ich rufe: „Herr wo bist du“.

Und genau da tut mir diese Zusage gut: „Gott hört dein Gebet“. Im Refrain heißt es: „ER versteht, was sein Kind bewegt“. Mich als SEIN Kind zu fühlen, das mit all seinen Gefühlen, mit den Ängsten und Sorgen zu IHM kommen darf – das ist doch das größte und wertvollste Geschenk, das wir haben.

Und genau in dieser Situation kann es passieren, was bei dem Lied in der 2.Strophe zur Sprache kommt: Wir fühlen uns überfordert, kraftlos und verzweifelt. Das kann so weit gehen, dass wir uns selbst ängstlich nichts mehr zutrauen.

Und auch hier die Zusage „GOTT hört dein Gebet“ - das gibt Kraft und baut auf.

2. „Wenn du kraftlos bist und verzweifelt weinst hört er dein Gebet. Wenn du ängstlich bist und dich selbst verneinst, hört er dein Gebet.“

Nun, ich hoffe, dass die Situation, die in der 3. Strophe beschrieben wird, noch nicht so bald eintritt. Aber auch sie gibt Sicherheit

3. „Wenn die Menschheit vor ihrem Ende steht, hört er dein Gebet. Wenn die Sonne sinkt und die Welt vergeht, hört er dein Gebet.“

Wann dieses Ende der Welt sein wird, das wissen wir alle nicht. Aber wir erleben immer wieder das Ende von irdischen Lebenswegen – von uns mehr oder weniger nahe stehenden Menschen. Und eines Tages stehen auch wir – jeder einzelne von uns – am Ende des irdischen Lebensweges. Und auch da darf ich auf die Zusage des HERRN vertrauen: „Ich bin bei euch alle Tage“. Ich darf auch dann darauf vertrauen, dass ER da ist und mein Gebet hört.

Dass ER auch da weiß, was sein Kind bewegt. Und mich hinüber geleiten wird, wo weder Angst, noch Sorge, noch Trauer sein wird. Gottes Sohn Jesus Christus wurde Mensch, lebte unter Menschen und fühlte wie ein Mensch. Auch sein Leben blieb nicht verschont von Angst und Leid, ja nicht einmal vom Tod.

Ohne die Coronakrise wäre ich am Nachmittag des Palmsonntag mit Gläubigen den Kreuzweg betend zum Käppele hoch gezogen, wie wir es seit Jahrzehnten tun. Ich hätte mich auch am Vormittag des Karfreitag mit Gläubigen in der Pfarrkirche versammelt um den Kreuzweg zu beten. All das fällt heuer aus. Was uns bleibt, ist die Möglichkeit, im persönlichen Gebet auf das Leben und das Sterben unseres HERRN zu schauen. Uns vertrauensvoll IHM zuzuwenden und gewiss sein, dass ER unser Gebet erhört. Wer sich getragen und gehalten weiß vom HERRN unseren GOTT, der darf befreit von Angst durchs Leben gehen.

Ich empfinde diese Fastenzeit wie den längsten Karfreitag meines Lebens. Und ich versuche, mich in dieser Zeit der Unsicherheiten, immer wieder fest zu machen an GOTT. Dabei hilft mir dieses Lied. Ich hoffe und wünsche dir, dass auch du dich in dieser Zeit von GOTT getröstet, getragen und gehalten weißt. Und vielleicht hilft auch dir dieses Lied ein wenig dabei.

„Er hört dein Gebet, hört auf dein Gebet. Er versteht, was sein Kind bewegt, Gott hört dein Gebet.“

 

 

 

 

Der heutige Impuls ist kein Aprilscherz, auch wenn wir euch natürlich trotz aller Ernsthaftigkeit dieser Zeit das ein oder andere Lächeln wünschen. Ein Dank an Pfr. i. R. Reiner Fries

Impuls zum Mittwoch der 5. Woche der Fastenzeit

Corona und die leere Krippe

Coronaepidemie – die Zeit und das öffentliche Leben scheinen stillzustehen. Die Ausgangsbeschränkungen engen ein. Wenigstens spazieren gehen dürfen wir noch.

So verlasse ich das Haus. Ich gehe über den fast leeren Marktplatz zur Kirche. Ich trete ein. Niemand ist da. Auf dem leeren Altar brennt die Osterkerze vom letzten Jahr. Ich versuche zu beten. Es gelingt mir nicht recht. Ich nehme die ausliegenden Gebetsvorlagen und halte mich dann an die Gebetsformeln, die ich schon als Kind gelernt habe.

Und dann wird mir plötzlich bewusst, in welcher Situation wir leben: die Kirche ist leer und sie wird für Wochen leer bleiben. Die Gottesdienst fallen aus, jetzt bald auch die Gottesdienst an den drei heiligen Tagen: Gründonnerstag Karfreitag, und Ostern, an denen wir doch das Herzstück unserer Glaubens feiern: Ich kann es mir nicht vorstellen. Woran ich von Kindesbeinen an gewöhnt bin, als Ministrant und dann als Priester – all das fällt einfach aus? Keine Osterlieder, kein gemeinsame Gottesdienste mit der Gemeinde! Ist das Ganze nur ein böser Traum?

Und dann sehe ich die leere Weihnachtskrippe vor dem Altar. Ein starkes Symbol! Ja, wo ist Gott, wo ist Jesus? Hat er uns verlassen? Kann er da nicht eingreifen und die Pandemie stoppen? Wo ist er denn, der barmherzige Gott?

Dann fällt mein Blick auf das Kreuz. Ist hier die Antwort zu finden? Gott lässt seinen Sohn am Kreuz qualvoll verenden und greift nicht ein. Gott ist und bleibt ein Geheimnis. Seine Wege sind nicht unsere Wege, seine Gedanken nicht die unseren. Er bleibt ein Geheimnis mit guten, lichtvollen Seiten, aber auch dunklen, nicht zu verstehenden. Was uns bleibt, ist letztlich zu versuchen, die Worte Jesu am Ölberg zu nachzusprechen: „Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“

Ich verlasse die Kirche wieder und gehe an der Ölbergkapelle vorbei, die ja in einer schwierigen Zeit an die Kirche angebaut wurde. Es war die Zeit nach dem dreißigjährigen Krieg, nach der Pest und der furchtbaren Hexenverfolgung, gerade ja hier in Zeil. Wie sind unser Vorfahren mit all diesen Schicksalsschlägen zurechtgekommen?

Uns scheint es doch mit der Coronaepidemie verhältnismäßig glimpflich zu gehen, bis jetzt wenigstens noch und hoffentlich auch in den kommenden Wochen.

Vielleicht mutet uns Gott das zu, damit wir uns wieder auf vergessene wesentliche Dinge zurückbesinnen: Stille in aller Hektik, die unserer Seele gut tut; Gebet in der Meditation und Kontemplation, um der Gegenwart Gottes nachzuspüren, Zeit für einander in der Familie zu haben, um unsere Wünsche und Sehnsüchte mitzuteilen und zu teilen.

Sich besinnen, umkehren mit den Zeichnungen im Gotteslob

Seit vielen Jahren ist das neue Gotteslob im Einsatz. Viele neue Lieder haben wir kennengelernt. Ungewohnt waren oder sind die modernen Zeichnungen in unserem Gotteslob. Auf den ersten Blick sind es vielleicht nur ein paar Striche, aber wenn man sich näher mit den Zeichnungen beschäftigt, kann man doch das eine oder andere erkennen. Diese Bilder sind anders. Sie regen zum Nachdenken an, lassen den Betrachter Freiraum für die eigene Interpretation.

1.Impuls: Wir betrachten die Darstellung auf dem Einband des Gotteslobes

1. Impuls

Aus drei gebogenen Linien entsteht ein Bild. Fügt sich aus den drei Schwingen ein Kreuz? Soll es vielleicht ein Franziskuskreuz – das Taukreuz – darstellen? Ist es vielleicht ein Symbol für die Dreifaltigkeit? Oder sind es einfach zwei Hände, in die sich ein nachdenklicher und müder Kopf legt? Ich frage mich: Was geht zur Zeit in meinem Kopf herum? Was beschäftigt mich in dieser außergewöhnlichen Zeit am meisten? Was kostet mir viel Kraft und macht mich mürbe? -Stille- dann GL Lied 811,1

2. Impuls: Wir betrachten die Zeichnung nach der Nummer 16,1

2. Impuls

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ruhig und fließend wirkt die Pinselzeichnung am rechten unteren Rand. Nur zwei Linien, die sich überlagern, sich verbinden und einander begleiten. Nicht zufällig stehen darüber und dahinter Gebete zu Ehe und Partnerschaft. Die beiden Lebenslinien möchten mich über meine Beziehungen nachdenken lassen, besonders zu den Menschen, mir eng verbunden sind, die ich aber im Moment wegen der aktuellen Situation nicht sehen kann. Liebe Menschen, die mich im „normalen“ Leben begleiten und die ich begleite. -Stille- dann GL 811,

3. Impuls: Wir betrachten die Zeichnung nach der Nummer 392

3. Impuls

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hochreißende Linien. Da denken wir an einen Menschen, der vor Begeisterung die Arme hochreißt und den ganzen Körper in eine jubelnde Bewegung versetzt. Nicht umsonst ist diese Zeichnung gegenüber dem Lied „Lobe den Herren“ platziert. Sie ist wie ein Bildkommentar zum Inhalt des Lobliedes. Was ist zur Zeit die große Freude in meinem Leben, in dem ich doch im Moment viele Einschränkungen machen muss? Freue ich mich darauf, wieder Gottesdienste zu besuchen? Freue ich mich darauf, wieder Verwandte und Freunde in die Arme schließen zu können? -Stille- dann GL 811, 3

4. Impuls: Wir betrachten die Zeichnung nach der Nummer 291

4. Impuls

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Zeichnung lässt eher an einen Menschen denken, der seinen Lebensweg gebeugt unter einer Last daher geht – wie es auch das Lied „Holz auf Jesu Schulter“ auf der gegenüberliegenden Seite besingt. Diese Zeichnung fragt mich: Welche Belastung habe ich zur Zeit persönlich zu tragen? Was hilft mir, diese Last zu bewältigen? -Stille- dann GL 811, 4

 

5. Impuls: Wir betrachten die Zeichnung nach 569,6

5. Impuls

Diesmal keine Schwarz-Weiß-Zeichnung, sondern eine weiße Zeichnung auf rotem Grund. Eine Wegstrecke – der sich biegende Weg erfährt eine sanfte Berührung. Wie ein leichtes Blatt senkt sich von oben herab eine gebogene Linie und tangiert den Weg. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass an bestimmten Punkten unseres Lebensweges wir eine unsichtbare Berührung durch Gott, eine sanfte Bewegung durch ihn spüren dürfen. Kann ich mich an solche Momente aus der Vergangenheit erinnern? Im Gottesdienst – in der Begegnung mit Menschen – in besonderen Situationen – im Gebet?

Wir haben mit einigen Zeichnungen aus dem neuen Gotteslob über uns selbst in dieser außergewöhnlichen Zeit, über unsere Beziehungen zu Menschen und Gott nachgedacht. Mit einem Gebet aus dem Gotteslob wollen wir diese Besinnung abschließen: GL 9,7

 

 

 

 

GL 812 1-3

So segne Euch Gott und sei ganz nah, wenn Dunkel euer Augenlicht verhüllt. Er lasse Euch nicht nur schwarz sehen, nicht nur der Angst den Raum gewähren. Er schenke auch ein Licht, das Auge weckt den Wassertropfen, der trockne Lippen tränkt, und die Gewissheit, dass jede dunkle Zeit, nur Durchgang zu mehr Licht, doch niemals Ende ist. Amen

Noch 2 Wochen sind es bis zum Osterfest, das wir in diesem Jahr so anders feiern müssen als gekannt und gewollt. Wir wollen als Pfarreiengemeinschaft in Zusammenarbeit mit Haupt- und Ehrenamtlichen auch über Konfessions-"Grenzen" hinaus jetzt jeden Tag einen Impuls anbieten, um uns auf dieses Fest geistlich einzulassen. Vielleicht mag der Titel unserer "Osternovene", den wir den Marburger Medien entlehnt haben, erst einmal ungewöhnlich sein: "ÜBER WUNDEN". Überwunden ist doch die Krise bei weitem nicht, könnte man meinen. Das ist wohl wahr. Doch wir als Christen vertrauen auf unseren HERRN Jesus Christus, der uns über all seine Wunden hinweg immer begleitet und selbst einen Kreuzweg des Leidens gegangen ist, um uns zu erlösen. Dieser Gedanke des Heils möge uns tragen und die aktuelle Situation erträglicher werden lassen.

 

Heute entführt uns unser Gottesdienstbeauftragter Wilfried Reus in die Schweiz. Wie gut ist es, in aller Ratlosigkeit um Wegweiser zu wissen...

Impuls für den Montag in der 5. Woche der Fastenzeit von Wilfried Reus

Der Wegweiser

Hie und da ist man froh, wenn der Wegweiser aus dem Nebel auftaucht.

Schließlich kann ein Irrweg den ganzen Tag vermasseln, und den angestrebten Gipfel kann man vergessen, weil die Zeit nicht mehr reicht.

Niemand stellt an einen Wegweiser große Anforderungen. Er muss nicht schön sein.

Er braucht keine künstlerische Gestaltung aufzuweisen. Er muss nur den erwarteten Dienstag erfüllen. Dazu muss er allerdings einige Eigenschaften haben: Er muss stimmen und er muss leserlich sein; und schließlich verlangt es seine Aufgabe, dass er am Rande steht, nicht mitten auf dem Weg.

Es ist auch auf unseren Lebenswegen so, dass wir hie und da Menschen brauchen, die eine Wegweiserfunktion ausüben. Menschen, um die wir froh sind, wenn sie beruhigend und klärend aus dem Nebel auftauchen, der über uns fällt.

Und recht bedacht, gelten für diese Menschen dieselben Erwartungen wie für die Wegweiser in den Bergen.

Sie müssen zunächst stimmen, will sagen – fest und gerade in ihrer Überzeugung stehen und dorthin weisen, wo das Ziel ist. Schiefe Wegweiser zeigen entweder hinauf in die Illusion oder hinunter in die Plattheit. Wegweisende Menschen müssen stimmen, das heißt in beruhigender Weise Wahrheit und Richtung ausstrahlen, echte Ziele anweisen, die an der Wirklichkeit orientiert sind. Gott bewahre uns vor Utopisten, Phantasten und manipulierenden Spekulanten, die sich als Wegweiser ausgeben.

Und Wegweiser müssen leserlich sein. In dieser Hinsicht hapert es manchmal im geistigen Weg- und Straßennetz unserer Tage. Es gibt ziemlich viele unleserliche Wegweiser, da und dort im wahrsten Sinne des Wortes, wenn ich meine Bücherborde überblicke.

Mag sein, dass sie geradestehen, dass sie die Wahrheit sagen – aber die Inschrift ist nicht zu entziffern, ihre Weisung und Botschaft ist zu intellektuell und kompliziert, ihre Sprache ist bildarm, farblos und abstrakt. Oft kann der orientierungssuchende Wanderer nur kopfschüttelnd im Nebel weitergehen.

Und schließlich sollten Wegweiser am Rande stehen, das heißt, sie hätten ihre Rolle in dienender Gesinnung, in einer gewissen Selbstlosigkeit zu verrichten, wenn sie glaubhaft bleiben wollen. Hinweistafeln die mitten auf der Straße stehen, sind keine Wegweiser, sondern Hindernisse.

Eigentlich wären die schlichten Wegweiser in den Bergen ein Anlass zur Gewissenserforschung dieser anderen Wegweiser in den Tälern der Menschen:

der Eltern, Erzieher, Lehrer, Künstler, Gelehrten und Priester……

(nach einer Idee von Bischof Reinhold Stecher +)

 

Unsere Kirche St. Nikolaus in Sand leuchtet die nächsten Tage im blauen Licht.
Blau - Farbe des Himmels, der Meere, der Weite. Aber auch der Zuversicht, die wir gerade in dieser Zeit so dringend brauchen.
Wenn Sie in dieser Atmosphäre beten möchten, die Kirche ist bis ca. 22 Uhr für Sie geöffnet!

Die Auferweckung des Lazarus (Joh 11)

(23) Jesus sagte zu Marta: Dein Bruder wird auferstehen. (24) Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er

auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. (25) Jesus sagte zu ihr: Ich bin die

Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, (26) und jeder, der

lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? (27) Marta sagte zu ihm: Ja, Herr,

ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. (...)

(33b) Jesus war im Innersten erregt und erschüttert. (34) Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie

sagten zu ihm: Herr, komm und sieh! (35) Da weinte Jesus. (36) Die Juden sagten: Seht, wie lieb er

ihn hatte! (37) Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht

auch verhindern können, dass dieser hier starb? (38) Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er

ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. (39) Jesus sagte: Nehmt

den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es

ist bereits der vierte Tag. (40) Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du

die Herrlichkeit Gottes sehen? (41) Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und

sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. (42) Ich wusste, dass du mich immer erhörst;

aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich

gesandt hast. (43) Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!

(44) Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt und sein

Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn

weggehen! (45) Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan

hatte, kamen zum Glauben an ihn.

 

Impuls:

Lebendig begraben zu sein, ist ein Horror, ein Schrecken. Als Kind wurde mir eine solche

gruselige Geschichte erzählt, und auch in Filmen gibt es diese Grab-Szenen. In dieser Fastenzeit stehen

mir Menschen vor Augen, die zur Zeit wie „lebendig begraben“ sind: alte, alleinstehende Menschen,

Risiko-Patienten: sie sollen nicht aus ihren „Höhlen“ heraus, sondern drinnen bleiben, niemand soll ihnen

zu nahe kommen, alle sollen Abstand halten. Wie traurig; es ist zum Weinen! Sonst bemühen wir uns

um das Gegenteil: Kinder geben den Alten die Hand, sind ihnen nah, erfreuen sie; Kranken hält man die

Hand, segnet sie mit einem Kreuzchen auf der Stirn oder umarmt sie. Die Virus-Krise hält uns alle

gefangen, menschliche Zuwendung soll nicht sein, darf nicht sein. Wenn man sich selbst nicht als

„eingemauert“ fühlt, so denkt man doch an die Alten und Kranken, und an die vielen, die zur Zeit Angst

haben, leiden und sterben.

Dein Bruder, deine Schwester, sie werden auferstehen; Jesus ist die Auferstehung und das Leben: Glaubst

du das?

Wir sind beim Kern unseres christlichen Glaubens: Auferstehung und ewiges Leben, die Existenz Gottes

überhaupt. Vielen fällt es zur Zeit nicht leicht, zu glauben; statt in Gemeinschaft einzeln beten zu

müssen, und auf die Nähe lieber Menschen verzichten zu müssen, ist eine harte Bewährungsprobe. Fragen

und Zweifel sind momentan an der Tagesordnung. Und trotzdem: was wir tun können, sollen wir tun:

Isolierte Menschen anrufen; Hilfe, die möglich ist, anbieten; Freude bereiten – auf ein paar Meter

Entfernung; auf Gottesdienst-Übertragungen hinweisen; und gemeinsam hoffen und beten, dass die

jetzigen Einschränkungen so bald wie möglich überwunden sein mögen!

Gebet: Gott, von Dir gehen wir aus und zu Dir kehren wir zurück. Du fühlst mit uns. Du willst nicht

unseren Tod, sondern Du willst unser Leben. Ruf uns aus der Dunkelheit und Unsicherheit in Dein

Licht, in Deine lebenspendende Nähe, dass wir an Dich glauben und Deine Herrlichkeit sehen, schon

heute und in Ewigkeit! Amen.

Liedvorschläge: 291, 365, 377, 450, 453

Andachtsvorschläge: 675,4; 680,8

Besondere Zeiten erfordern besondere Zeichen. Heute, Fr. 27.3. um 18 Uhr, wird Papst Franziskus den Segen "urbi et orbi" (der Stadt und dem Weltkreis) erstmals in der Fastenzeit spenden. Wird im Fernsehen (u.a. Bayerischer Rundfunk) live übertragen. Beten wir gemeinsam, dass die Pandemie vorübergeht!

Fastenaktion 2020

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