iebe Leserinnen und Leser,
der Sommer neigt sich dem Ende und es beginnt nun der - hoffentlich - goldene Oktober.
Vielleicht schwelgen Sie gerade noch in Erinnerungen an Ihren schönen, sonnigen, warmen Sommer, vielleicht träumen Sie sich zurück an den Ort, den Sie in diesem Jahr bereist haben, oder Sie sind einfach froh, dass die Temperaturen wieder angenehm sind und Sie nicht mehr schwitzen.
Der Monat Oktober ist geprägt von einem, so finde ich, besonderen Fest in unserem Kirchenjahr nämlich von dem Fest Erntedank.
Wenn man sich unser Kirchenjahr einmal anschaut, dann ist es schon erstaunlich, dass es dieses Fest gibt, denn eigentlich ist jedes andere an einer Person orientiert. Natürlich, die meisten an Jesus, aber auch Maria oder die vielen Heiligen haben ihren Gedenktag und mitten drinnen ist dann das Erntedankfest.
Ein Fest zum Danke sagen, ein Fest, um sich bewusst zu machen, wie gut es mir eigentlich geht, ein Fest, um sich mal nicht über das zu beklagen, was ich nicht habe, was mir fehlt, sondern den Fokus darauf zu lenken, was ich alles geschenkt bekommen habe und jeden Tag neu geschenkt bekomme.
Wenn wir in dieser Zeit in unsere Kirchen schauen, dann sehen wir meist viele bunt geschmückte Altäre mit Kartoffeln, Möhren, Äpfeln, Birnen, Nüssen, Getreide, Lauch, Kohlrabi, Kohl, Kürbissen und ganz vielem mehr!
Dies alles sind die Gaben, die wir jedes Jahr wieder empfangen dürfen.
Vielleicht haben auch Sie in diesem Jahr etwas in Ihrem Garten oder sogar auf dem Feld angebaut und ich weiß von meiner Oma, die eine leidenschaftliche Gärtnerin ist, wie froh und glücklich man ist, wenn man nach dem Säen und Anpflanzen, nach dem Düngen und Unkraut jäten und natürlich nach dem vielen Gießen endlich die Früchte ernten kann und sich darüber freuen kann, dass sich die Arbeit gelohnt hat und etwas Wunderbares und Leckeres gewachsen ist.
Aber für mich ist Erntedank noch viel mehr, als nur für die materiellen Gaben „Danke“ zu sagen.
Für mich ist es auch ein guter Anlass, um mir bewusst zu werden, dass ich so viele Menschen, so viele Beziehungen und Freundschaften in meinem Leben habe, die mich erfüllen, die mir Kraft schenken und die mir immer zur Seite stehen.
Für jedes Gespräch, für jede unerwartete Begegnung, für jeden freundlichen Gruß, für manch warmherzigen Händedruck, für die festen Umarmungen, für das „Ich bin für dich da!“ und für so vieles mehr möchte ich am Fest Erntedank auch „Danke“ sagen.
Denn die Menschen, denen ich begegne, säen so viel in meinem Leben, geben mir die Möglichkeit zum Wachsen und zum Reifen und helfen mir auch, manch trockene Phase zu überstehen und mich wieder aufzubauen.
Für mich ist es sehr wichtig „Danke“ zu sagen zu den Menschen, die mir viel bedeuten und denen ich so vieles zu verdanken habe, aber auch Gott möchte ich besonders an diesem Fest „Danke“ sagen.
Denn er hat unser Leben in der Hand, er schenkt uns das, was wir zum Leben brauchen und noch so vieles darüber hinaus. Er lässt uns nicht alleine, sondern begleitet uns auf unserem Lebens- und Glaubensweg, der manchmal auch nicht so einfach und schwer sein kann und er sät viele Samen des Glaubens in Ihr und mein Herz aus, die Früchte tragen.
Früchte der Liebe, der Freude, des Friedens, der Geduld, der Hilfsbereitschaft, der Güte, der Treue, der Gelassenheit und noch so vieles mehr.
Deshalb dürfen wir uns immer vertrauensvoll an unseren guten Gott wenden, der uns so vieles in unserem Leben schenkt, für das wir dankbar sein dürfen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie besonders in diesem Monat Oktober, aber auch darüber hinaus, viele Momente der Dankbarkeit und des „Danke“ Sagens erleben!
Sei es ein „Danke“ im Gebet, im Gespräch, in Gedanken oder einfach nur in Ihrem Herzen.
Ihre Gemeindeassistentin
Laura König

