Liebe Leserinnen und Leser,
„Ich bereite mich auf das Schlimmste vor, hoffe auf das Beste und nehme es, wie es kommt.“ – Dieses Zitat wird Hannah Arendt zugeschrieben.
In diesen Wochen trifft es unsere Situation auf eine besondere Weise.
Der überraschende Tod unseres Pfarrers Michael Erhart hat uns tief erschüttert. Niemand von uns hätte gedacht oder gewollt, dass wir Ostern in diesem Jahr ohne ihn feiern müssen. Vieles ist anders gekommen, als wir es erwartet haben – und doch stehen wir nun gemeinsam vor der Aufgabe, damit umzugehen.
Es fühlt sich auch seltsam und traurig an, dass in dieser Ausgabe unseres Pfarrbriefs, der ihm immer so wichtig war, nun meine Worte stehen. Eigentlich wäre nämlich er in diesem Monat „dran" gewesen und hätte seine Vorfreude auf sein liebstes Fest mit Ihnen geteilt.
Viele Dinge müssen in diesen Wochen zum ersten Mal ohne ihn stattfinden. Sein Platz bleibt spürbar leer – in unseren Gottesdiensten, in Gesprächen und in vielen Momenten unseres Gemeindelebens.
Gerade deshalb erinnern wir uns daran, was Michael wichtig war. Ostern war sein liebstes Fest, Jahr für Jahr hat er sich mit großer Freude und großer Sorgfalt darauf vorbereitet, weil für ihn in diesen Tagen die Mitte unseres Glaubens sichtbar wird: dass das Leben stärker ist als der Tod und dass Hoffnung selbst dort wachsen kann, wo wir zunächst nur Trauer spüren.
Viele von uns feiern Ostern in diesem Jahr mit einem schwereren Herzen. Aber gerade jetzt dürfen wir einander tragen. Dort, wo Menschen Hoffnung spüren, können sie sie mit anderen teilen. Das Leid wird kleiner, wenn man es teilt und geteilte Hoffnung wird größer.
So feiern wir Ostern in diesem Jahr vielleicht anders als sonst – und doch auch in seinem Gedenken und im Bewusstsein, wie sehr er seine Gemeinden hier geschätzt und wie gern er mit uns Ostern gefeiert hat.
Vertrauen wir darauf, dass die österliche Freude und Hoffnung auch unsere Herzen erreichen dürfen. Wir geben die Hoffnung nicht auf und halten zusammen!
Passen Sie auf sich auf und denken Sie daran, liebe Menschen wissen zu lassen, wie sehr Sie sie schätzen.
Ihre
Leandra Lunk
Pastoralreferentin
