Pontius Pilatus -
Schuldig oder nicht schuldig?
Ziegelanger, 27.03.2026
Vielleicht haben Sie sich auch schon immer gefragt, warum Pontius Pilatus in der Leidensgeschichte immer wieder die Unschuld Jesu beteuert und ihn anschließend doch in den Tod schickt?
Im Text von Walter Jens „Ich nehme das Urteil an“, der am 27.03. in der Kirche Ziegelanger aufgeführt wurde, erklärt und rechtfertigt Pilatus seine Entscheidung. Gleichzeitig wird die Verstrickung des römischen Beamten in ein Geflecht aus politischen Entscheidungen, Machterhalt und scheinheiligen Rettungsversuchen zur Gewissensberuhigung erkennbar.
Inszeniert als Gerichtsverhandlung, verstand es Karlheinz Markl als Pilatus eindrucksvoll mit seinem Spiel den harten Nachfragen des autoritären Richters (eigentlich aber seines eigenen Gewissens), souverän dargestellt von Detlef Hauck, standzuhalten und die Besucher in den Bann zu ziehen.
Die nur spärlich beleuchtete Kirche und die kurz eingeworfenen Improvisationen an der Orgel, die manchmal leise und zart, dann auch wieder laut und gewaltig erklangen und die Szenen einrahmten, schufen eine intensive Atmosphäre, die für viele Menschen zur perfekten Einstimmung in die Karwoche wurde. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Anschließend ließen noch viele Besucher bei guten Gesprächen und einem Getränk den Abend ausklingen.
Auch die Wiederholung der Veranstaltung in Prappach (Heimatort von Detlef Hauck) brachte viel positive Resonanz in einer völlig anderer Atmosphäre.
Detlef Hauck hatte sich nach dem Tod von Pfarrer Michael Erhart bereit erklärt, die für diesen vorgesehene Rolle des Richters zu übernehmen. Die Veranstaltung wurde in memoriam Michael Erhart durchgeführt, Maria Waldhäuser erinnerte zu Beginn an unseren verstorbenen Pfarrer und moderierte den Abschluss.
Mitwirkende:
Einführung und Lesen des Textes aus dem Johannesevangelium: Martina Mantel
Pontius Pilatus: Karlheinz Markl
Richter: Detlef Hauck
Orgel, Licht und Installation: Dieter Markl


