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Büttenpredigt 2021

Liebe Kinder, Schwestern, Brüder,  

halt all´, die sind Frohsinnsgemüter,

im Fasching ists ja nun schon spät,

doch ists ne Kuriosität,

dass ausgerechnet mir vergönnt,

wovon so viele träumen könnt,

wer hätte das ja mal gedacht,

dass nur in Kirche wird gelacht,

überall sind Türen zu,

im Fasching herrscht ne Grabesruh´,

doch hier wir dürfen bisschen was,

wir brauchen halt doch etwas Spaß.

Fasching Zeil/Sand dieses Jahr,

halt echt nur in der Kirche war,

mir käm das echt nicht in den Sinn,

wo ich doch Faschingsmuffel bin!

Nun, das Verkleiden fiel euch leicht,

ihr tragt ne Maske, die ja reicht,

dass man erlebt so manch Geschichten,

ihr könnt gewiss davon berichten,

da wirst beim Meyer (in´d Rewe) angesprochen,

wer könnt das sein? Mal kurz gerochen,

beim Deo kommt dir dann in Sinn,

das deutet auf die Nachbarin.

Man kennt sich kaum, ist distanziert,

der Franke ganz schnell hats kapiert,

kommt nicht zu nah, man jetzt halt will,

das ist des Franken Lebensstil.

2 Meter müss mer uns entfernen,

ja so viel Näh´ der Frank´ muss lernen.

Er ist ja erst mal reserviert,

und bleibt ein wenig distanziert,

wer rein will da in unser Herz,

das sag ich nicht nur als Scherz,

der muss ein wenig dran arbeit´,

das braucht halt doch ein bisschen Zeit.

Doch wer uns dann mal hat erreicht,

der hat es danach wirklich leicht,

uns muss man erst einmal gewinnen,

wenn es dann passt, dann tut es stimmen.

Die Maske, die macht warm das G´sicht,

mach mit, sonst besser wird es nicht.

Früher die Maske mir bekannt,

von Asia-Touris, die gerannt,

durch Rom oder durch Heidelberg,

ich dachte immer: welch Gewerk,

den ganzen Tag die trag´n das Ding,

die ham am Schluss am Kinn nen Ring.

Natürlich war es nicht verboten,

doch waren sie fast wie Exoten,

in der ganz groß´ Touristenmasse, 

die waren stets ne Extra-Klasse. - 

Einsam noch ganz anders waren,

mal früher noch ganz andre Scharen,

wir hörten ja davon grad eben,

da taten welche extra leben,

die waren krank, die war´n geächt´,

ob das nun richtig war, gerecht?

Für Jesus nicht, er nimmt sich an,

bei ihm auch kommen die da dran,

die von den Menschen isoliert,

mit ihn´n er spricht ganz ungeniert,

er nimmt halt wahr der Menschen Kummer,

für ihn sie sind nicht nur ne Nummer.

So er nun auf die Menschen schaut,

die sich ihm haben anvertraut,

zu denen er zur Hilfe eilt,

mit ihnen ihre Sorgen teilt,

er nimmt sie ernst, er grenzt nicht aus,

er holt sie rein, hält sie nicht draus.

Er würde heut gewiss nicht klagen,

und selber heut ne Maske tragen.

Die oberste Prämisse war,

das war für ihn halt immer klar:

den Egoismus muss man zähmen,

wir müssen einfach Rücksicht nehmen,

du brauchst der Maske dich nicht schämen,

auch wenn du dich möchst manchmal grämen.

Wir sind einand´ verantwortlich,

so lass den Nächsten nicht im Stich.

Die Maske, die macht warm das G´sicht,

mach mit, sonst besser wird es nicht.

Doch Masken, wenn wir ehrlich sind,

die tragen wir doch schon seit Kind.

Wer könnte es denn schon verneinen,

dass man nicht besser mög´ erscheinen?

Das fing schon in der Schule an:

in Mathe 5, nach Hause dann,

da fragt die Mutter doch ganz frei:

hast du die Matheprob´ dabei?

Durchzucken tun dich zig Gedanken,

die Phantasie bricht ihre Schranken: -

die Probe, die hab ich vergessen, 

der Hund, der hat sie aufgefressen,

der Klass´kolleg´ tat sie einstecken,

er wollt sei´ Eltern mal erschrecken.

Nur Ehrlichkeit ins Angesicht?

Puh, leicht war das halt schon immer nicht.

Wir täten gern, es würd beglücken,

mit fremden Federn uns halt schmücken,

bisweil´ mal etwas andres sein,

als immer ich, das wäre fein.

So neigen wir an manchen Tagen,

auch so ne Maske doch zu tragen,

die mehr ist als Mund-Nasen-Schutz,

die ich ganz frech dazu benutz,

dahinter mich dann zu verdecken,

will etwas nur von mir verstecken,

was mir an mir nicht so gefällt,

nun gut, das macht die ganze Welt.

Die Ehrlichkeit, die hat gelitten,

die letzten Jahr´ sie ist entglitten,

ich kannte früher fake-news nicht,

doch gibts heut kaum noch ein´ Bericht,

der nicht davon mir was erzählt -

das läuft nicht gut hier auf der Welt.

Und auch die Kirch´ mich tut erschrecken,

wenn hinter Mask´ sich tut verstecken.

Und schaut nicht einfach ehrlich hin,

was manch´ vom Klerus kam in Sinn,

wenn er nicht bei ner Kinderschar,

sondern mit ein´m alleine war.

Es kann für mich nicht anders geh´n,

wir müssen zu den Fehlern steh´n.

Und wer verdeckt, der macht sich schuldig,

klärt auf, viel´ warten ungeduldig.

Es geht jetzt nur mit Ehrlichkeit,

dafür es würde höchste Zeit. -

Doch bleibe ich jetzt nun bei mir, 

ich glaub, das reicht auch heute hier.

Es ist nicht leicht, zu mir zu stehn,

wenn ich tu meine Mängel sehn.

Aber ich glaub fest daran:

ich hab nen Gott, der etwas kann - 

er sagt: die Maske brauchst du nicht,

du bist doch nicht ein kleiner Wicht,

in dir steckt ganz viel Möglichkeit,

ich glaub an dich zu jeder Zeit,

trau dir was zu, vertraue dir,

ich bin dein Gott, drum glaube mir. -

Ich lieb die göttlichen Geschichten,

wenn er Klein-Menschen tut aufrichten,

er nimmt mich ernst, das macht mich froh,

drum lasst uns handeln ebenso.

Die Maske, die macht warm das G´sicht,

mach mit, sonst besser wird es nicht.

Doch ist es dennoch ein Verdruss,

zum Lachen man in´ Keller muss,

zumindest halt in diesen Tagen,

für Faschingsnarr´n kaum zu ertragen,

nix Karneval und Fröhlichkeit,

es fühlt sich an wie Fastenzeit.

Die Narren wird dies grad bedrücken, -

ein wenig ich mag euch beglücken,

mit Blick auf lang vergang´ne Tage,

war´n auch nicht leicht, ganz ohne Frage.

Die hatten oft nicht viel zu lachen

und taten doch das Best´ draus machen.

Da hatten Eltern Kinder viel.

Die Namensfrag´ hatt´ da noch Stil.

Welch Namen ich nem Kind könnt geben, 

mit dem es geht halt dann durchs Leben?

Da gibts nen kleinen Unterschied,

wenn man auf Zeil und Sand so sieht.

In Zeil heißt man halt Hildegard,

das ist als Nam´ ja auch apart,

doch in Sand, da wars wohl Trend,

dass man nen Jungen Osmund nennt.

Und auch nen Gosbert ich nie sah,

bis ich dann denn in Sand nun war.

Jetzt will ich da nix Schlechtes sagen, 

denn welche diese Namen tragen,

die tragen Namen von dem Adel,

gut, die damals auch mit Fehl´ und Tadel. +

Eins zu erwähn´ kann nicht vermeiden,

einst tat das oft der Pfarr´ entscheiden,

welchen Namen hat das Kind,

den´s trägt dann in die Welt geschwind!

Das stelle ich mir spannend vor:

bei Namen hätt ich auch Humor,

grad wenns nicht meine Kinder wären,

die sich dann später könnt´ beschweren.

Hab Pech gehabt, ich bin zu spät,

bei Eltern heut das nicht mehr geht.

Doch eins verbinde ich mit Sand:

die Namen dort sind allerhand.

Was ich mit Zeil/Sand noch verbind,

das sag ich euch dann noch geschwind:

ich freu mich, auf den beiden Seiten

des Mains, man kann sich doch gut leiden,

beide sind sehr hilfsbereit,

das sah ich grad in dieser Zeit,

in Zeil, da ist die Nachricht neuer,

da gabs ja unlängst ein groß´ Feuer,

da haben viele mitgedacht,

gut angepackt und mitgemacht,

und man inmitten aller Not,

das Notwendigst´ zum Leben bot.

In Sand man hat zusamm´ gehalten,

so konnt die Kirch´ man gut gestalten,

Gemeinsam könn mer was erreichen,

wir brauchen uns nicht zu vergleichen,

miteinander schaff mer was,

und nicht allein machts noch mehr Spaß.

Ich beug´ mich jetzt dem Alltagslauf

und setz die Maske wieder auf,

es freut mich, dass so viel kamen

und sag jetzt einfach nur noch: Amen

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