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Liebe Leserinnen und Leser,

in kirchlichen Kreisen wird ja gerne nicht (nur) vom „Beruf“ geredet, sondern man spricht von einer „Berufung“.

Manch eine/r meint damit tatsächlich den Ruf Gottes im Herzen gehört zu haben, was dazu geführt hat, dass er oder sie sich in den Dienst Gottes stellt.

Ich würde eher davon sprechen, dass ich gewisse Talente und Erfahrungen mit mir bringe, die mich für einen Beruf in der Kirche „prädestinieren“, was wörtlich „vorherbestimmen“ heißt.

Es erstaunt mich immer wieder, wie sich alles ineinander fügt und ich denke mir so oft: „Das hat scheinbar alles so sein sollen, damit ich genau jetzt, genau hier, genau das Richtige tun oder sagen kann.“ Das ist für mich keine einmalige Sache, sondern ich werde auf meinem Weg immer wieder neu gerufen - „berufen“.

Und es stellt sich immer wieder neu die Frage, ob ich aktiv werde und dem Ruf folge.

Einen Beruf ergreife ich in erster Linie, weil ich mit meinen Fähigkeiten Geld verdienen will.

Eine Berufung ist für mich mehr. Da bin ich von Herzen dabei, weil es für mich Sinn macht. Weil ich spüre, dass ich, mit dem, was ich kann, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin.

Das muss nicht zwangsweise in einem kirchlichen Beruf sein. Manche sind zum Bäcker/zur Bäckerin, zum Steuerberater/zur Steuerberaterin , zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin, zum Lehrer/zur Lehrerin berufen usw.

Wenn ich meinen Beruf mit Herzblut ausfülle, (zumindest meistens) Spaß daran finde, einen Sinn dahinter sehe, wenn ich spüre, dass es einfach „meins“ ist, dann ist es mehr als ein Beruf, dann ist es „Berufung“.

Ich habe das Glück, dass ich meiner Berufung auch als Beruf nachgehen kann.

Das ist ein Privileg, über das ich mir durchaus bewusst bin, denn für viele ist es aus verschiedensten Gründen nicht so einfach.

Aber ich wünsche Ihnen, dass Sie - beruflich oder privat - immer wieder das Gefühl haben, dass Gott die Dinge fügt und Sie sagen können: Hier bin ich richtig!

Ihre Pastoralreferentin

Sandra Lohs

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