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Liebe Leserinnen und Leser,

gutes Zuhören braucht Raum und Zeit.

Wer kennt nicht Missverständnisse, die entstanden sind, weil eine Info „zwischen Tür und Angel“ weitergegeben wurde? Das Thema bleibt an der Oberfläche und kommt nur verkürzt an.

Gutes Zuhören ist mir möglich, wenn wenige Menschen mit mir in einem Raum sind, und keiner Zeitdruck hat.

Ein Brautpaar kommt zu mir, weil ich an der Hochzeit die Predigt halten darf: da eröffnet sich „die wunderbare Welt des Zuhörens“; ich bin ganz bei ihnen; ihre gemeinsame Geschichte wird wunderbar lebendig, die Höhen und Tiefen, der Moment der Entscheidung füreinander. Vor meinem geistigen Auge sehe ich den Vollmond am See, ich kann ihre Lieblingskneipe riechen, und dann kommt auch ihre Katze zum Schmusen vorbei …

Das Setting für ein gutes Gespräch, für gutes Zuhören ist von großer Bedeutung.

Es geht natürlich auch außerhalb eines Raumes: seit Corona mache ich mit meiner Frau jede Woche einen ausgedehnten Abendspaziergang.

Auch im Laufen kann sich die „wunderbare Welt des Zuhörens“ eröffnen; und ich fühle mich hineinversetzt in das Klassenzimmer der 1. Klasse und manche Kinder sind auf wundersame Weise gegenwärtig, und auch die Kollegin, die kurz vor der ersehnten Pensionierung steht.

Liebe Lesende, nehmen Sie sich für besondere Personen regelmäßig genügend Zeit zum Zuhören und Reden!

Dann weitet sich die Welt, und das Verständnis füreinander kann wachsen.

Ihr Pastoralreferent

Norbert Zettelmeier

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